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      Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

      Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

      06.02. ist der internationale Tag gegen FGM

      Das Projekt „Desert Flower Center“ Waldfriede (DFC) ist aus klinischer Notwendigkeit entstanden, da auch in Deutschland zahlreiche Frauen an den gesundheitlichen und psychischen Folgen der Genitalverstümmelung leiden. Am 11. September 2013 wurde im Krankenhaus Waldfriede das weltweit erste Desert Flower Center eröffnet. Wir behandeln Mädchen und Frauen, die an den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung leiden. Bei der feierlichen Eröffnung unseres Desert Flower Center war unsere Schirmherrin Waris Dirie anwesend und sie hat unter großem Medieninteresse eine sehr emotionale und bewegende Rede gehalten.

      Alle Frauen, die seit der Eröffnung im September 2013 behandelt wurden, kommen ursprünglich als Migrantinnen aus Afrika. Einige sind für die medizinische Versorgung aus dem Ausland angereist. Die Mehrzahl unserer bisher behandelten Frauen lebt jedoch in Deutschland, viele kommen aus der direkten Umgebung von Berlin zur Behandlung ins Krankenhaus Waldfriede. Bisher haben mehr als 400 Frauen unsere medizinische Hilfe in Anspruch genommen.

      Unser Ziel ist es, Frauen, die an den Folgen einer Genitalverstümmelung leiden, eine ganzheitliche medizinische Versorgung anzubieten. Dazu gehören nicht nur operative Eingriffe und Wiederherstellungsoperationen, sondern auch psychische und physiotherapeutische Hilfe. Außerdem bieten wir seit Januar 2015 eine Selbsthilfegruppe an, die sich einmal im Monat im Krankenhaus Waldfriede trifft. Zu den Treffen kommen sowohl Frauen, die bereits von uns behandelt wurden, als auch jene, die noch Hilfe suchen. Es steht den Besucherinnen auch frei, anonym an den Treffen teilzunehmen. In einem geschützten Rahmen können sich die Frauen austauschen, und sie erfahren, dass sie mit ihren Ängsten und Sorgen nicht allein sind. Unter Anleitung von unserer Physiotherapeutin werden Bewegungsübungen durchgeführt. Teilweise reden betroffene Frauen über ihr Schicksal, oder bereits rückoperierte Frauen erzählen von ihren Erfahrungen. Durch diese offenen Treffen der Selbsthilfegruppe entsteht oft der Wunsch der einzelnen Frauen nach einem individuellen Termin in unserer Sprechstunde.

      Das Desert Flower Center ist der Abteilung für Darm- und Beckenbodenchirurgie (Chefarzt Dr. Scherer) angeschlossen. Die plastisch-chirurgischen Rekonstruktionseingriffe werden von Dr. Uwe von Fritschen durchgeführt. Er ist Chefarzt der Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Helios Klinikum Emil von Behring. Weiterhin stehen Gynäkologen und Urologen und Mitarbeiterinnen mit afrikanischem Hintergrund den Frauen zur Verfügung. Unser Team besteht damit aus verschiedenen hochspezialisierten Fachärzten, die sich der Problematik der Frauen annehmen.

      Als ärztliche Koordinatorin und Oberärztin des Desert Flower Center Waldfriede ist Frau Dr. Strunz die erste Person, mit der die Frauen mittels Telefon oder E-Mail in Kontakt treten. Alleine die Tatsache, dass diese oft sehr emotionalen Vorgespräche und die ärztliche Untersuchung in einer vertrauensvollen Umgebung von Frau zu Frau stattfinden, erleichtert es den Frauen sich ihr gegenüber zu öffnen. Im Beratungsgespräch wird auf die vorgetragenen Probleme individuell eingegangen. Nicht immer geht es um eine Operation. Einige wollen ein Gespräch mit unserer Psychotherapeutin oder die Anbindung an unsere Selbsthilfegruppe. Andere brauchen ein ärztliches Attest für ihr laufendes Asylverfahren.

      Neben unserer Tätigkeit in Berlin wollen wir aber auch in den Heimatländern mit Präventionsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit gegen die weibliche Genitalverstümmelung vorgehen. Daher unterstützt das Krankenhaus Waldfriede zwei Mädchenschulen in Kenia, die sich circa 80 km südlich der Hauptstadt Nairobi in Kajiado befinden.

      Das Krankenhaus Waldfriede kooperiert mit dem Gynocare Women’s & Fistula Hospital, welches sich circa 350 km nordwestlich der Hauptstadt von Kenia (Nairobi) in Eldoret befindet. Hier werden unter anderem Frauen wegen Harn- und Stuhlinkontinenz aufgrund ihrer Genitalbeschneidung operiert. Der Spezialist in dieser Operationstechnik ist Dr. Hillary Mabeya.

      Im Dezember 2018 war ein Team von Ärzten (Dr. Uwe von Fritschen, Dr. Florian Müller, Dr. Roland Scherer und Dr. Cornelia Strunz) zu Besuch in Kenia. Es erfolgte eine Hospitation in der Klinik von Dr. Mabeya in Eldoret sowie anschließend ein Workshop in Nairobi unter dem Thema „Cesarean Section and Female Genital Mutilation“.

       

      Auf dem Titelbild (von links nach rechts):

      Dr. Roland Scherer, Dr. Florian Müller, Dr. Cornelia Strunz, Dr. Hillary Mabeya, Dr. Uwe von Fritschen

       

      Auf dem Foto zu sehen vor dem Krankenhaus (von links nach rechts):

      Dr. Hillary Mabeya, Dr. Florian Müller, Dr. Cornelia Strunz, Dr. Roland Scherer in Eldoret vor dem Gynocare

      https://www.dfc-waldfriede.de/blog/internationaler-tag-gegen-weibliche-genitalverstuemmelung-fgm
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      Unser Gesundheitsnetzwerk in Steglitz-Zehlendorf