Auf Wiedersehen. Abschied vom DFC

Liebe Unterstützerinnen, liebe Unterstützer,

mein Name ist Pia und ich bin Grafik- und Webdesignerin in einer Berliner Kommunikationsagentur. Die wenigsten von Euch werden schon einmal in Verbindung mit dem DFC von mir gehört haben, da ich zwar Mitglied im Förderverein Krankenhaus Waldfriede, in der Regel aber im Hintergrund tätig bin. Das Projekt Desert Flower Center Waldfriede ist eine absolute Herzensangelegenheit für mich, in die ich sehr viel Zeit und Energie investiere.

Ende 2015 erhielt ich von meinem aktuellen Arbeitgeber die Möglichkeit in einem Projektteam die Website für das DFC zu entwickeln. Nach dem Onlinegang der Seite wurde relativ schnell klar, dass für eine optimale Vernetzung und Transparenz auch die Sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen. Also rief ich sowohl eine Facebook Seite als auch einen Instagram Account für das DFC ins Leben. Vor kurzem erst haben wir die 500 Follower Marke bei Facebook geknackt und auch bei Instagram steigt die Followerzahl kontinuierlich. Die Projektseite auf betterplace.org unterliegt ebenfalls meiner Verantwortung und auch die DFC-Marke (Blume) stammt von mir.

Der Blog auf der Website des DFC soll die intensive Öffentlichkeitsarbeit von Frau Dr. Strunz begleiten, Einblicke hinter die Kulissen geben, Hintergrundinformationen über FGM und die Arbeit im DFC zur Verfügung stellen und so zur optimalen Transparenz den Spendern und Unterstützern gegenüber beitragen. Anfangs hatten wir in der Agentur noch die Vorstellung, dass der Blog vom DFC Team alleine gepflegt werden könnte. Aber das Projekt DFC Waldfriede hat sich rasant entwickelt und stand nach dem furiosen Start mit Waris Dirie eigentlich immer im Licht der Öffentlichkeit. Die Pflege des Blogs und der Webseite wurde also nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch immer zeitaufwändiger und anspruchsvoller.

Mit viel Herzblut und Engagement betreue ich nun seit anderthalb Jahren ehrenamtlich den DFC Blog und die Social Media Kanäle. Natürlich sind die Artikel im Blog mit Frau Dr. Strunz abgestimmt. Sie ist es auch, die mir die Informationen für die meisten Beiträge liefert. Denn einen direkten Kontakt zu den betroffenen Frauen habe ich nicht. Nur einmal hatte ich die Möglichkeit, an einem Treffen der DFC-Selbsthilfegruppe teilzunehmen.

Viele Aktivitäten des DFC können im Blog und auf Facebook sehr zeitnah begleitet werden. Weil im Netz etwas andere Gesetze gelten, bearbeite ich mit Unterstützung der Agentur alle Infos, Bilder und Videos. Wir recherchieren zusätzliche Infos, übersetzen, redigieren und optimieren für die Suchmaschinen. Natürlich habe ich auch die gesamte technische Pflege der Seite inne und sorge mit vielen Maßnahmen im Hintergrund dafür, dass die Seite immer auf einem aktuellen technischen Stand ist und die Community im Netz kontinuierlich wächst.

Über die Projektseite bei betterplace wurden bis zum heutigen Zeitpunkt weit über 22.000,00 EUR Spenden für das DFC gesammelt. Darauf bin ich sehr stolz. Besonders gefreut habe ich mich über den Erfolg der Aktion „80 Matratzen für Kajiado“, die ich letztes Jahr zusätzlich im Namen von Frau Dr. Strunz für Evelyn Brenda und ihre Mädchenschule in Kenia eingerichtet habe. Bei dieser Aktion ging es um vor FGM geflüchtete Mädchen, vielleicht erinnert sich der eine oder andere von Euch daran. Innerhalb kürzester Zeit konnten wir das gesteckte Spendenziel erreichen und Evelyn jedem der Mädchen eine eigene Matratze kaufen.

Jeder, der schon mal ein soziales Projekt im Web bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt hat, der weiß, dass es niemals bei den Stunden bleibt, die man ursprünglich dafür eingeplant hat. Das Zeitfenster wird immer größer, denn natürlich kommen mit jedem kleinen Erfolg neue Aufgaben, aber auch viele Ideen ins Spiel.

Irgendwann kommt der Moment an dem man merkt, dass es so nicht weiter geht. Die Arbeit wird zu viel für ein Ehrenamt, müsste neu aufgeteilt und anders organisiert werden. Mit dieser Sorge trat ich an den Vorstand des Fördervereins heran. Ich wollte, dass wir im Förderverein mehr kommunizieren, das Ganze strategischer planen. Das und einige ganz konkrete Ideen hatte ich im Hinterkopf, als ich den Vorstand Anfang Juni um einen Termin gebeten habe. Es gibt beispielsweise eine Vielzahl von Wettbewerben für soziale Projekte, an denen teilzunehmen lohnt. Neben einer neuen Öffentlichkeit bekommt man hier jede Menge Input und Mentoring. Mir war es außerdem wichtig, dass auch mein Arbeitgeber mit am Tisch sitzt. Denn die Agentur hat mich während der ganzen Zeit in meinem Ehrenamt unterstützt. Ich konnte die gesamte Infrastruktur nutzen, hatte Beratung, Inspiration und natürlich jederzeit helfende Hände für das hier beschriebene Aufgabenfeld.

Zu meinem Bedauern kam und kommt es zu keinem solchen Treffen. Ich erhielt lediglich einen Brief vom Vorstand des Fördervereins Krankenhaus Waldfriede, in dem meine Arbeit für das DFC als beendet erklärt wurde.

Ich habe eine Weile überlegt, wie ich darauf reagieren soll. Letztlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich zu viel Zeit, Energie und Herzblut in dieses Projekt gesteckt habe, um einfach schweigend von der Bildfläche zu verschwinden. Ich habe mich in fast jeder freien Minute engagiert, gute Arbeit geleistet und bin dem Projekt Desert Flower Center Waldfriede von Herzen verbunden.


Trotz des überraschenden Endes waren es zwei tolle Jahre, in denen ich viel gelernt habe und das Gefühl hatte, etwas zu bewegen und anderen zu helfen. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich gewesen und deshalb möchte ich hier ganz offiziell auf Wiedersehen sagen und Euch für Eure Unterstützung und Spenden an das DFC bedanken. Es war mir eine Freude.